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Eggs, Eggs, Eggs… Schatz, wie willst du deine Eier?

Diese Frage (an den Mann ihres/seines Herzens gestellt) kann durchaus etwas darüber aussagen, in welcher Phase der Beziehung frau/man sich gerade befindet …
Mir fällt dazu natürlich auch Loriots Sketch:
„Das Frühstücksei“ 
 ein, das Parade-Beispiel für „gelungene“ Paar-Kommunikation – und immer wieder ein Genuss.

Weil ich gerne Eier esse (außer roh!)  habe ich mich mal näher mit ihnen beschäftigt und viel Neues erfahren. Hier eine „Kostprobe“:


– Ein mittleres Hühnerei von ca. 60 g hat 84 kcal und enthält unter anderem 6 g Fett und 7 g Protein. Der Anteil des Eigelbs am Gesamtvolumen liegt bei 30%, der des Eiweißes 60%, der Rest ist Schale;
– Eier sollten am besten mit der Spitze nach unten gelagert werden, damit sich der Dotter in der Mitte und die Luftkammer oben befindet;
– Eingefroren (getrennt in Eiweiß und Eigelb) sind sie etwa vier Monate haltbar;
– Die Farbe der Eierschale ist rassenabhängig im Erbgut des Huhns verankert,  „Braunleger“ sind seltener und weniger produktiv. Braune Eier sehen aber „natürlicher“ aus und können deswegen teurer verkauft werden;
– Eier enthalten bekanntlich relativ viel Cholesterin (etwa 250 mg pro Ei); über den Zusammenhang zwischen Eierkonsum, Blutcholesterin und Herz-Kreislauf-Erkrankungen streiten sich Wissenschaftler weltweit – „fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker“ – die grundsätzliche Verteufelung des Eis diesbezüglich scheint jedoch allgemein überholt.

Eier zubereiten kann jeder, oder?
… zu glibberig oder zu hart das Frühstücksei, zu wässrig das Rührei, zu ungleichmäßig gebraten das Spiegelei – Tücken gibt es genug – aber zum Glück auch Tipps für besseres Gelingen.

Gekochte Eier:
Garstufen für gekochte Eier:
(für Eier mit Raumtemperatur, die in siedendes Wasser gelegt werden)
1) weichgekocht: 3-4 Minuten
2) wachsweich:   5-6 Minuten
3) hartgekocht:   8-10 Minuten
Eigelb und Eiweiß haben unterschiedliche Gerinnungstemperaturen: Die Gerinnungstemperatur des Eigelbs liegt – egal bei welcher Zubereitungsart- immer 8 Grad Celsius höher als die des Eiweißes. Das erklärt auch die unterschiedlichen Konsistenzen von Eigelb und Eiweiß im gekochten Ei.
Eier sollten niemals sprudelnd kochen, sondern nur leise köcheln, sonst wird das Eiweiß zäh und die Schale kann platzen. Am besten gelingen gekochte Eier, wenn sie vor dem Kochen schon Raumtemperatur haben und dann in bereits siedendes Wasser gelegt werden, das mit etwas Essig versetzt ist. Essig (Salz übrigens auch) lässt eventuell austretendes Eiweiß gerinnen und verhindert somit weiteres Auslaufen.

Zu lange gekochte Eier erkennt man daran, dass um den Dotter ein grünlicher Rand entsteht und das Eiweiß komisch riecht: Schwefelwasserstoff wird freigesetzt, dieses Gas ist verantwortlich für den Geruch und die Verfärbung des Eidotters.

Eierkochen in Extremsituationen: Mit zunehmender Höhe sinkt der Luftdruck und damit auch der Siedepunkt des Wassers. Bei 8000 m Höhe kocht Wasser bereits bei 70 Grad, das bedeutet, das Eiweiß kann nicht mehr gerinnen. Solltet ihr gerade in den Bergen unterwegs sein: Eier bitte länger kochen lassen. Oder ihr habt Essig dabei und legt das Ei ohne Schale in Essig, dann geht das Gerinnen auch ganz ohne Wärmezufuhr (ich habe es allerdings noch nicht ausprobiert)…

Das Spiegelei: Die „Problemzone“ des Spiegeleis liegt  im Übergang vom Dotter zum Eiweiß: Das Eigelb hat schon die gewünschte Konsistenz, das Eiweiß direkt am Dotter ist noch glibberig und will nicht gerinnen.
Warum ist das so: Ein besonderes Protein (Ovomuzin) im Eiweiß ist schuld daran. Dieses kann man „austricksen“, indem man den Übergangsbereich zum Dotter salzt, den Rest erst wenn das Spiegelei fertig ist. Dadurch gart das Eiklar schon bei geringeren Temperaturen und wir erhalten ein gleichmäßig weißes Eiweiß.

Rührei: Rührei zuzubereiten ist nun wirklich keine Kunst – man braucht nur ein bisschen Geduld. Die „verschlagenen“ Eier mit etwas Salz und einem Schuss Milch oder Mineralwasser versetzen und in einer Pfanne (mit etwas Butterschmalz) bei geringer Hitze ca. 5 Minuten unter Rühren garen. Die Konsistenz sollte cremig-locker sein, am besten vom Herd nehmen, wenn die Masse anfängt an den Rändern zu stocken.
Zu lange Garzeiten lassen es trocken und bröckelig werden. Wenn die Eier schon etwas älter sind, sollte keine Flüssigkeit dazu gegeben werden, denn sonst wird das Rührei wässrig. Der gleiche Effekt tritt ein, wenn die Eiermischung vor dem Garen gesalzen wird und länger als 1-2 Minuten steht.

Das waren die „Eier-Basics“ (Teil 1);  Nachzulesen sind diese und noch viel mehr zum Thema „Eier“ z. B. bei: Anne Willan: Die große Schule des Kochens, München 1996 oder bei Herve This-Benckhard: Rätsel und Geheimnisse der Kochkunst, Berlin 2002.

So – stellt euch nun vor, es ist Sonntag, ihr wollt dem Mann eures Herzens ein tolles Frühstück zubereiten. Er liegt noch im Bett und ihr ruft ins Schlafzimmer: „Schaaaatz, wie willst du deine Eier? Jetzt kann eigentlich nichts mehr schiefgehen … es sei denn, er antwortet: … am liebsten gekrault!

6 Kommentare zu “Eggs, Eggs, Eggs… Schatz, wie willst du deine Eier?”

  1. Nun, liebe Marie, wird die Anzahl der sonntäglichen
    Frühstückseier deutschlandweit enorm ansteigen!
    Ich liebe Deinen Blog.
    Jutta

  2. Hallo Marie,

    wir sitzen gerade (noch immer) am Frühstückstisch, draußen rieselt der Schnee und in der vorweihnachtlichen Stimmung haben wir uns an Deine Homepage erinnert, von der Du Tatjana auf Martins Party erzähltest. In Ermangelung einer Tageszeitung haben wir uns alles durchgelesen und bitten Dich nun, für ausreichend „Nachschlag“ zu sorgen, denn was und wie Du schreibst ist informativer (bei den Eiern haben wir echt etwas gelernt) und vor allem viel erfrischender, als eine Tageszeitung. Hat uns viel Spaß gemacht!

    Liebe Grüße
    Tatjana & Ralf

    1. Hallo ihr zwei,
      schön, dass Ihr mal vorbei geschaut habt – ich sitze jetzt auch wieder an unserer Küchentheke und schreibe gleich meine nächste Rezept-Geschichte zu Ende – für Nachschub wird also gesorgt :-). Ich wünsche Euch einen enspannten Sonntag und freue mich, wenn ich mal wieder etwas von Euch höre – liebe Grüße, Marie

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